Artikel von Francis Frangipane

"Du tolerierst es"
von Francis Frangipane

Mir blieb eine Stunde, bis ich am Reagan-International-Flughafen mein Flugzeug besteigen sollte. Da ich meinen alternden Laptop ersetzen wollte, beschloss ich, ein Computermagazin zu kaufen um mich zu informieren, bevor ich eine Entscheidung traf. Als ich den Zeitungsstand betrat, bat ich die Angestellte um Hilfe. Sie führte mich zu der Abteilung mit den Computermagazinen. Jedoch mussten wir auf dem Weg dorthin an einem markant aufgestellten Regal mit "Männermagazinen" vorbeigehen, alle mit schamlos unanständigen Titelblättern.

Ich fühlte mich aus zwei Gründen in Verlegenheit gebracht.
Erstens bin ich ein Mann Gottes. Ich trachte danach, in der Fülle des Heiligen Geistes zu leben, und doch war meine beste Reaktion darauf, mich lediglich von den ausgestellten Zeitschriften abzuwenden.
Zweitens war ich darüber verärgert, dass ein öffentlich zugänglicher Zeitschriftenstand immer noch verwegen diese erniedrigende Verschandelung bringen kann, trotz der ganzen Autorität, die Christus der Kirche gegeben hat. Voll im Blickfeld unserer Kinder, Teens als auch erwachsener Männer und Frauen, ist der Geist Isebels an Straßenkreuzungen sichtbar und wird nicht geprüft, während er versucht, die Naiven zu faszinieren.

Ich bezahlte mein Magazin, und als ich aus dem Laden ging, brachte der Heilige Geist Offenbarung 2,20 in meinen Sinn. Es heißt dort: "Trotzdem habe ich an dir etwas auszusetzen: Du unternimmst nichts gegen Isebel, die sich als Prophetin ausgibt. Durch ihre Lehre verführt sie die Gläubigen zu sexueller Zügellosigkeit und ermuntert sie, ohne Bedenken das Fleisch der Götzenopfer zu essen."

Ich für meine Person hatte den Geist nicht toleriert, indem ich eines der Magazine nahm oder einem unmoralischen, von dämonischem Geist inspirierten Impuls gefolgt war - ich hatte meine Augen vom Bösen abgewendet. Das war aber nicht das, was der Herr sagte. Seine Betonung lag auf zwei Worten: "Du tolerierst (es)." Tolerieren heißt, etwas gewähren lassen ohne es zu untersagen oder entgegenzutreten, es erlauben.

Seid Salz und Licht für die Welt

Es kam mir so vor, als ob die anfängliche Zurechtweisung durch Jesus nicht speziell für diejenigen gedacht war, die an Isebel gebunden waren, sondern an die Leiter, die den Einfluss Isebels zuließen. Erinnert euch daran, dass Jesus seine Zurechtweisung an "den Engel der Gemeinde in Thyatira" richtete. Das Wort Engel bedeutet "Bote" und kann entweder für einen Engel oder einen Menschen angewendet werden, je nach Kontext. (Johannes der Täufer war ein Vorbote - angelos - des Herrn.)

Daher glaube ich wie viele, dass das Wort Jesu an die sieben Gemeinden nicht "Engeln" zugedacht war, sondern dem Bischof oder der apostolischen Autorität in jeder genannten Stadt. (In Jerusalem wäre es Jakobus gewesen, in Ephesus war es wahrscheinlich Timotheus)
Offensichtlich wurde dieser Leiter zusammen mit seinem geistlichen Beraterkreis aus Pastoren und Ältesten als die Gruppe angesehen, die den größten geistlichen Einfluss in der Region hatte. Jedoch wurde in Thyatira der gesamte Wille der gemeindlichen Leitung an die Kette gelegt. Die Folge davon war, dass die Vertreter Christi den Geist Isebels in der Kirche tolerierten.

Natürlich sprach Jesus zu den Leitern in der Kirche und nicht zu den Leitern des weltlichen Systems und meine Begegnung war außerhalb der Kirche. Und doch ruft uns Christus dazu auf, Salz und Licht in der Welt zu sein. Er sagt uns nie, dass wir Kompromisse machen sollen.

Tatsächlich ist seine Kirche bevollmächtigt mit Seiner Autorität, so dass wir als Seine Vertreter wirklich die Struktur der Wirklichkeit beeinflussen können. Er sagt, was wir auf Erden binden (verbieten) wird im Himmel gebunden sein und was wir auf Erden lösen (freisetzen) werden wird im Himmel gelöst sein. (siehe Matthäus 16,19) Also haben wir immer noch eine Verantwortung dafür, nach der Umwandlung unserer Kultur für Christus zu streben.

Als mein Flugzeug gelandet war, betrachtete ich immer noch die geistlichen Punkte, die der Herr aufgeworfen hatte und ich beschloss, einen sichtbareren Standpunkt gegen den Vormarsch der Hölle in meiner Welt einzunehmen. Also suchte ich absichtlich den Zeitschriftenstand auf, als mein Flugzeug bei meinem nächsten Zwischenstopp landete. Dort waren genau vor einem Durchgang zwischen Absperrungen an auffälligster Stelle die pornographischen Magazine aufgestellt.

Es war ein größerer Laden, es gab auch Bücher und verschiedene Geschenke. Ich fand schnell die Managerin und trug ihr respektvoll mein Anliegen vor, als sie Zeit hatte. Sie sagte, dass die Verleger der Männermagazine eine Höchstsumme zahlten für die auffälligste Platzierung ihrer Produkte. Ich verstand, dass sie das nicht eigenständig ändern konnte, aber ich bat sie, meine Beschwerde an ihre Vorgesetzten weiterzuleiten. Ich sagte ihr dann, dass es in Amerika eine Änderung der Sichtweise geben würde: Christen würden es nicht länger hinnehmen, dass dieses Zeug ständig vor uns und unseren Kindern aufgebaut wird. Ich habe nie aufgehört zu lächeln oder Liebe zu zeigen, aber ich machte klar, dass ich für meinen Teil diesen Einfluss Isebels in meiner Umgebung nicht tolerieren würde.

"Manchmal müssen wir den Dingen eher entgegentreten als uns mit ihnen zu arrangieren."

Seid versichert, dass ich immer noch ernsthaft nach der Reife strebe, wie Christus zu werden. Und doch sagte Jesus, dass die Welt ihn hasste, weil er "ihr böses Tun beim Namen nennt." Joh. 7,7 Irgendwo in dem Bereich, wo wir voll mit Jesus übereinstimmen, müssen wir seine Haltung gegenüber der Welt um uns herum annehmen ohne Seine Liebe zu den Menschen zu verlieren.

Du sagst vielleicht, dass dem Bösen entgegentreten und wahre geistliche Macht nur entfernt miteinander zu tun haben. Mag sein. Aber einige Taten, auch wenn sie noch so klein scheinen, sind für Gott sehr wichtig.
Einer von Davids mächtigsten Männern wurde ein angesehener Held, weil er standhaft war und ein winziges Linsenfeld verteidigte. (2.Samuel 23,11-12) Sein Mut brachte dem Herrn einen großen Sieg ein.

Du siehst, es zählt für Gott, dass unser Glaube und unsere Taten viel Substanz enthalten sogar wenn sie auf einfache Art in Erscheinung tritt. Tatsächlich bemerkte ich vor einigen Monaten, dass das seit jeher konservative Magazin Reader's Digest, das am weitesten verbreitete Magazin der Welt, damit begonnen hatte, zweideutige Anzeigen einzuführen.
So sandte ich ihnen per e-mail einen respektvollen Brief in dem ich sie daran erinnerte, dass sie für ihre förderlichen und inspirativen Artikel bekannt seien und dass sie diese rassigen Anzeigen neu überdenken sollten. Zwei Tage später erhielt ich eine Antwort eines führenden Herausgebers, der sich entschuldigte und versprach, dass ich nie wieder etwas entdecken würde, was auf Unzüchtigkeit anspielt und dies war seither der Fall.
Man könnte damit argumentieren, dass dies nicht der gleiche Segen ist, wie wenn eine Seele zu Christus geführt wird. Das stimmt. Aber was, wenn jemand nicht zu Christus kommen konnte, weil er in einer Festung von Unmoral festgehalten wurde? Manchmal müssen wir den Dingen entgegentreten statt uns mit ihnen zu arrangieren.

Eifersüchtig mit der Eifersucht Gottes

Genau dann, als Israel in das versprochene Land eintreten sollte wurden die Männer Israels von den Töchtern Moabs verführt. Als Folge davon tötete eine Plage 24.000 Menschen. Als Mose und Aaron betend zwischen den Lebenden und den Toten standen, nahm Pinhas, der Enkel Arons einen Speer und ging einem Israeliten nach, der eine midianitische Frau in sein Zelt mitgenommen hatte und tötete beide.
Ich spreche mich bestimmt nicht dafür aus, Menschen zu töten, aber Tatsache ist, dass die Plage, welche die Söhne Israels getroffen hatte, aufhörte. Der Herr sagte Mose, dass Pinhas die Israeliten "vor meiner Strafe gerettet hat."

Wie? Der Herr fährt fort: "Er war mit meiner Eifersucht eifersüchtig." (4.Mose 25,11) Pinhas kümmerte sich genug (um den Willen Gottes) um zu handeln. Sein einfaches Handeln berührte das Herz Gottes.

Erinnert euch, ihr Lieben, als der Herr Israel schließlich nach Kanaan brachte, sagte Er, dass ihre Siege "nach und nach" (2.Mose 23,30) kommen würden.

Wir wissen, dass wir die Welt nicht auf einmal ändern werden, aber lasst uns hartnäckig sein, auch wenn wir nur kleine Änderungen bewirken. Gott beobachtet uns! Ob wir unseren Standpunkt im Supermarkt oder der örtlichen Schule einnehmen, es ist nicht zu spät für Erweckung.
Tatsächlich sagt Jesus, dass dann, wenn die Wunder, die er getan hat, in Tyrus und Sidon geschehen wären, sie in "Sack und Asche " Buße getan hätten." Er sagte, wenn sich Sein Leben in Sodom (in Taten) ausgewirkt hätte, würde Sodom "noch heute stehen." (Matth. 11,21-23)

Lasst uns daher das Herz Christi haben. Lasst uns eifersüchtig sein mit Seiner Eifersucht.

-------------------------------------------------------------------------------------
Ein Artikel von www.glaube.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus / Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
------------------------------------------------------------------------------------
Es ist gestattet (und auch erwünscht), diesen Artikel abzudrucken oder auch per
Email weiter zu versenden und sie auf der eigenen Homepage einzustellen.
Es wird jedoch darum gebeten, die Website-Info der Elijah List, den Email-Kontakt
und die Kontaktmöglichkeit des Autors immer hinzuzufügen.
Autor: Francis Frangipane
Ministries of Francis Frangipane
Deutsche Übersetzung: Ursula Veigel
Herausgeber: http://www.elijahlist.com/
Kontaktadresse: elijahlist@qwest.net