Gott greift ein!

Das Wunder von Marcos Heilung
Erzählt von Roland und Heike Greger

Wie seine Heilungs- und Entwicklungsprozeß drei Jahre Jahre danach aussieht, finden sie hier!


 

 
 

Roland:
Sonntag 14.05.2000 18.30Uhr
Wir sitzen gemütlich im Garten und grillen. Marco (4) holt sich einen Apfel aus dem Wohnzimmer. Fröhlich ruft er: "Hallo, hier bin ich wieder!", springt schwungvoll mit beiden Beinen auf den Fußabstreifer, gleitet aus und knallt rückwärts mit dem Kopf ungebremst auf den Fliesenboden. Ein fürchterliches Geschrei folgt. Äußerlich ist nichts zu sehen, doch er lässt sich nicht beruhigen.

Wir fahren in die örtliche Klinik. Dort wird sein Kopf geröntgt. Befund: nichts zu erkennen.
"Beobachten Sie ihren Sohn in kürzeren Abständen. Sollten Sie Auffälligkeiten bemerken, fahren Sie am besten gleich nach Bamberg in die Kinderklinik." Damit werden wir nach Hause entlassen. Marcos Gesicht hat inzwischen wieder etwas Farbe bekommen. Erleichtert fahren wir zurück.

Die Nacht verläuft ruhig. Am Morgen wacht Marco quietschfidel auf. Im Kindergarten benimmt er sich vollkommen unauffällig. Daheim planscht er vergnügt im Planschbecken herum.

Heike:
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußten: Marco hatte eine Schädelfraktur. Der Bruch sass so genau aufeinander, dass man ihn auf dem Röntgenbild nicht sehen konnte. Aber jeden Moment konnte er sich verschieben und wichtige Arterien im Inneren seines Kopfes verletzen.

Roland:
Montag ca. 18 Uhr
Marco sitzt auf Heikes Schoß. Plötzlich fängt er an zu schreien und ist abermals nicht mehr zu beruhigen. Wir zögern keine Sekunde und fahren ins Bamberger Klinikum. In der Notaufnahme läßt man uns erst mal warten. Es sind zwei Unfälle angekündigt. “Setzen Sie sich bitte draußen hin. Wir rufen Sie auf.” Marco klammert sich voller Schmerzen an mir fest, in einem Zustand irgendwo zwischen wach und schlafend.

Nach wenigen Minuten erscheint eine Krankenschwester um mit anderen Leuten etwas abzuklären. Ich spreche sie nochmals an. “Es tut mir leid. Heute ist sehr viel los. Wir haben etliche Notfälle. Es wird sicherlich noch etwas dauern”, war die hilflose Antwort. Spätestens hier greift Gott ein. Er drängt mich, energisch eine Untersuchung zu fordern. Wohl keine Minute später werden wir hereingebeten. Die üblichen Papierformalitäten, ein kurzes Untersuchen durch einen Arzt. Es folgt eine Computertomographie des Kopfes. Nun geht alles sehr schnell.

Marco beginnt wieder laut zu schreien vor Schmerz, wie zuhause. Er erbricht. Da kommen auch schon die CT-Bilder. Jetzt werden die Ärzte hektisch. Einige Wortwechsel. Einer huscht eilends aus dem Raum. Der andere versucht uns möglichst schonend den Ernst der Lage zu erläutern. Marco habe eine Schädelfraktur und eine Blutung im Kopfinneren an der Hirnhaut. Er werde gleich per Hubschrauber in die Neurochirurgie wohl nach Erlangen oder Schweinfurt geflogen. Sein Kollege sei gerade dabei, das zu arrangieren. Unsere Frage, ob Schädigungen zu erwarten seien, beantwortet er butterweich. Es könne sein, müsse aber nicht. Es käme darauf an, wie weit fortgeschritten die Blutungen schon seien, und, und, und ...
Der Arztkollege kommt zurück und erklärt, der Hubschrauber sei bereits in der Luft, nach Bamberg unterwegs. Marco käme nach Schweinfurt. Jetzt werden die üblichen Infusionen gelegt, Marco wird in Narkose versetzt und wir müssen gehen.

Heike:
Wir stehen unter Schock! Meine einzigen Gedanken: Herr, nur du kannst noch helfen, ich lege Marco in deine Hände! Und: Wir brauchen Gebet! So viel wie möglich! Roland ruft Freunde aus der Gemeinde an. Sie sorgen für eine gemeindeweite Gebetsunterstützung. (Ich danke Gott für die super Gemeinde, zu der wir gehören dürfen.)

Ca. 22.30 Uhr. Schweinfurt
Nach zwei Stunden Operation wird Marco auf die Intensivstation gebracht. Die Ärzte erklären, es sei alles bestens verlaufen. Dann erläutern sie ausführlich, was eigentlich geschehen ist und was genau operiert wurde, wie es weitergehe und was zu erwarten sei.
Als Marco in Schweinfurt ankam, stellten die Ärzte bereits auf einem Auge eine verschobene Pupille fest. Das Blut im Kopfinneren hatte inzwischen das Gehirn stark gequetscht und dadurch Veränderungen verursacht. Man müsse damit rechnen, dass physische oder psychische Schäden entstanden seien. Der Arzt meint, dass die Operation eine halbe bis ganze Stunde später bereits zu spät hätte sein können, da der Druck das Atemzentrum lahmgelegt hätte.

Wir dürfen zu ihm. Es zerreißt einem das Herz wie er da liegt: käseweiß, der Kopf eingebunden, ein Schlauch kommt aus dem Verband für das Wundsekret, im Mund der Beatmungsschlauch und eine Magensonde, an jedem Arm eine Infusion ... Er hat sehr viel Blut verloren (Hb-Wert 6,1) aber es wurde auf eine Transfusion verzichtet. Halleluja!

Dienstag
Es ist vormittag, wir warten an Marcos Bett. Als er aufwacht fängt er an, lautlos zu Schreien (durch den Beatmungsschlauch im Mund können wir keinen Ton hören), dann fällt er wieder in Schlaf. Bange Stunden vergehen, bis er am Spätnachmittag wieder anfängt von selbst zu atmen.
Von nun an geht es rasant aufwärts mit ihm. Die Ärzte machen immer wieder die gleichen Untersuchungen mit ihm (Reaktionstests etc.), ob auch wirklich keine Nachwirkungen bleiben. Sie können nichts feststellen!
Schon am Freitag werden wir nach Bamberg verlegt und 10 Tage später als vollständig geheilt nach Hause entlassen.

Jeder, auch wenn er nur wenig medizinische Kenntnisse hat, muß anerkennen, was das für ein großes Wunder ist. Schon am dritten Tag auf der Intensivstation sass Marco aufrecht im Bett und spielte. Als wir nach Bamberg verlegt wurden, wurden wir in der Notaufnahme mit wahrer Begeisterung begrüßt. Eine der Schwestern, die bei der Einlieferung dabei war, sagte uns, sie hätte sich wirklich Sorgen gemacht, ob Sie Marco jemals lebend wiedersehen würde. Auf der Station mußten die Ärzte erst davon überzeugt werden, ihn nicht im üblichen 30° Winkel im Bett liegend zu halten, da sie nicht erwarteten, dass Marco schon so gesund war.

Wir danken Gott dafür, wie er uns durch diese schwere Zeit getragen hat. Tief in unserem Inneren durften wir die ganze Zeit wissen, dass Marco wieder ganz hergestellt werden wird. Natürlich kamen bei mir immer wieder "gedankliche Angriffe", vor allem wenn die Ärzte uns von den möglichen Schäden erzählten, die entstanden sein könnten. Aber Gott hat mich immer wieder daran erinnert, dass Marco bei ihm in den allerbesten Händen ist.
Sehr viel geholfen hat uns, dass wir wussten, dass die ganze Gemeinde mit Gebet hinter uns steht. Was kann da der Teufel schon ausrichten?
Welch ungeheure Kräfte können durch eine Gemeinde freigesetzt werden, wenn sie sich im Herzen einig und in der Kraft Jesu ist. Alle kleinen Streitigkeiten oder Rechthabereien werden unwichtig, wenn man ein brennendes Ziel vor Augen hat.
Ich danke Gott, dass er uns alle ein Stück davon erahnen ließ, was für Kräfte in Gebet und Einigkeit stecken.

Roland:
Trotz der ganzen Aufregungen konnte ich innerlich eine gewisse Ruhe empfinden.
Ich sah in einem Bild Gottes schützende Hand über dem Hubschrauber und ebenfalls über dem OP und dem operierenden Arzt. Es konnte nichts schiefgehen!
An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Gott, dass ER Marco wahrlich bewahrt hat vor irgendwelchen Schädigungen, an die ganze Gemeinde für Ihre Gebete und an die Ärzte und Schwestern in Schweinfurt und Bamberg für Ihren perfekten Einsatz.

Eines hat uns während der ganzen Zeit nicht losgelassen: Was macht jemand, dem so etwas passiert und er kennt die Kraft, die Macht und den Trost nicht, den wir in Jesus haben dürfen?

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